Alle Jahre wieder …

Jedes Jahr ist es immer wunderbar zu sehen, wie die Schüler aus Greven und Montargis sich beim Austausch anfangs vorsichtig beschnuppern, sich dann während der Austauschwoche besser kennenlernen und am Ende bei der Abschiedsparty und Abfahrt weinend in den Armen liegen. Wenn am Ende Tränen fließen, dann haben wir alles richtig gemacht, denke ich jedes Jahr rückblickend, wenn ich den Austausch Revue passieren lasse.

Auch in diesem Jahr war es wieder so. Als die Franzosen Anfang Februar bei uns waren, herrschte in Greven Ausnahmezustand, denn es war Karneval und neben der 45-köpfigen Austauschtruppe war auch eine große Karnevals-Delegation aus Montargis in Greven vor Ort. So war der Karneval für viele Austauschschüler sicherlich eines der Highlights des diesjährigen Aufenthaltes in Greven.

Direkt zu Beginn der Austauschwoche konnten die Schülerinnen und Schüler sich erst einmal bei unserer « Kennenlern-Party » in der Schulmensa „beschnuppern“, bei der viel zusammen gesungen und getanzt wurde und die Schülerinnen und Schüler sich an einem von den dt. Familien gestellten Buffet stärken konnten. Aber auch den Schulalltag ihrer deutschen Austauschschüler konnten die Franzosen an zwei Tagen erleben. An den anderen Tagen waren wir zusammen auf Stadterkundungs-Tour, zum Bowling und für einen gemeinsamen Kinobesuch in Münster. Auch nach Dortmund verschlug es uns zur Arbeitswelt-Ausstellung ins DASA und zum Fußballmuseum. An zwei Tagen erstellten die frz. und dt. Schülerinnen und Schüler gemeinsam Austauschplakate und Austauschflyer und entwarfen zusammen Austausch-Logos. Das Siegerlogo zur Deutsch-Französischen Freundschaft wurde dieses Jahr einmalig auf einen Austausch-Beutel gedruckt, der hoffentlich so zeitlos ist, dass er noch Jahre lang benutzt werden wird.

Mitte April fuhren dann die dt. Schüler in Begleitung von Frau Tenberge, Frau Kaufmann und mir zum Rückbesuch nach Frankreich. Dort erwartete uns ein wunderbares, vielseitiges Programm, das den deutschen Schülerinnen und Schülern nicht nur einen Einblick in den Alltag französischer Schüler gewährte, sondern ihnen auch einen tollen Eindruck von Montargis und Umgebung vermittelte. So besuchten wir die mittelalterliche Burg Guédelon, die seit den 1990er Jahren mit Material und technischem Gerät des Mittelalters gebaut wird, sahen uns auch eine historische Schleuse in Rogny-les-Sept-Écluses an und verbrachten einen Tag in Paris. Dort hatten wir das Glück einen Busfahrer an unserer Seite zu haben, der uns gleich bei einer spontanen Stadtrundfahrt mit allerlei interessanten Details zu Pariser Sehenswürdigkeiten und zahlreichen Anekdoten zum Pariser Leben versorgte. Er setzte uns an verschiedenen Stellen der Stadt ab, ausgehend vom Eifelturm über Montmartre bis zur Cathédrale Notre Dame, wo die Schülerinnen und Schüler jeweils in begrenztem Rahmen die Stadt in Kleingruppen erkunden konnten. Als wir am Abend alle wieder müde, aber voller Eindrücke in den Bus stiegen, waren überall glückliche Gesichter zu sehen.

Am letzten Abend wie auch bei der Abfahrt zeigte sich dann, warum ein Austausch einfach mehr ist als eine einfache Urlaubs-Reise in ein anderes Land. Das Gemeinschaftsgefühl und der Zusammenhalt, der bei einem solchen Austausch entstehen kann, ist eines der schönsten Ergebnisse, die mir jedes Jahr wieder neu Gänsehaut verursacht. Und auch wenn nicht aus jeder Begegnung eine tiefe, langjährige Freundschaft entsteht, stellt die Austauschwoche doch ein Erlebnis dar, dass bei den Schülerinnen und Schülern in Erinnerung bleibt und das die Freundschaft unserer beider Länder immer wieder neu belebt.

Was auf politischer Ebene im Elysée Vertrag verankert wurde, wird auf persönlicher Ebene jedes Jahr wieder neu zum Leben erweckt. François Hollande hat zum 50-jährigen Gedenken des Élysée-Vertrages in Rückbezug auf Charles de Gaulles berühmter Rede an die Jugend gesagt : „Die Jugend stellt die Zukunft der dt-frz. Freundschaft dar. Sie steht in unseren Beziehungen an erster Stelle“.

Ich freue mich, dass meine Kolleginnen und ich alle Jahre wieder die Jugend beider Länder für den Austausch begeistern können und möchte die Gelegenheit nutzen, den Städten Montargis und Greven und den jeweiligen Partnerschaftskomitees „Danke“ zu sagen für ihre finanzielle und tatkräftige Unterstützung des Austausches unserer Schulen. Mein ganz besonderer und herzlicher Dank gilt aber vor allem den Familien auf französischer wie auf deutscher Seite, die bereits am Austausch teilgenommen haben oder noch teilnehmen werden. „Danke“ für ihren Einsatz und ihr Engagement, für ihr Vertrauen und ihre Offenheit, denn ohne Euch, die Schülerinnen und Schüler und Sie, die Eltern wäre der Austausch nicht so lebendig und so nachhaltig wie er ist.

Danke und merci

Astrid Pipperger-Schulz
(i.V. für alle am Austausch beteiligten Lehrerinnen und Lehrer)

Keine Kommentare

Einen Kommentar schreiben

Autor(in)
Ralf Brinkbäumer
Ralf Brinkbäumer

Nicht nur in roten Schuhen unterwegs...